Wir stellen uns vor


Vom 23. bis 25. September 2013 organisiert INFLUINS eine internationale Tagung:

Logo-Sedbas2013


INFLUINS ist ein großes Forschungsvorhaben, das die Bewegung von Fluiden, also Flüssigkeiten und Gasen, im Untergrund untersucht. Der Blick geht dabei von den obersten Bodenhorizonten bis zu Grundwasserleitern in einigen Kilometern Tiefe. Die Bezeichnung "Integrierte Fluiddynamik" im Projektnamen deutet an, dass uns besonders das Zusammenwirken der oberflächennahen und tiefen Fluid- und Stoffströme interessiert. Insgesamt 12 Teilprojekte werden Einblicke in die Fluide und die unterschiedlich durchlässigen Gesteine des Untergrundes erarbeiten. In den Fachgebieten Geologie, Hydrogeologie, Geophysik, Mineralogie/Geochemie und Klimatologie kooperieren 50 Wissenschaftler der Universität Jena sowie von Partnerinstituten und -unternehmen. Unser Projekt ist verbunden mit thematisch verwandten Vorhaben wie AquaDiva, das Biodiversität und ihre Voraussetzungen untersucht. INFLUINS wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Thüringer Kultusministerium gefördert. Das große "Freiluft-Geolabor", in dem wir unsere Untersuchungen durchführen, ist das Thüringer Becken.

Das Thüringer Becken nimmt den größten Teil Thüringens ein. Es wird im Norden,  Süden und Osten von Harz, Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge eingerahmt. Sein geologischer Bau ist der einer weiten, flachen Schüssel. Die Gesteine darin sind Sandsteine, Kalksteine, Tonsteine, Gips und Salz, die von der späten Perm- bis zur frühen Jurazeit abgelagert wurden; etwa vor 300 bis 180 Millionen Jahren. Den größten Raum nehmen die Gesteine der Trias ein: Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper. Die heutige Beckenform entstand erst später, als vor etwa 80 Millionen Jahren Afrika mit Europa kollidierte. Damals senkte sich das Thüringer Becken, während die umliegenden Gebiete emporgepresst wurden. Im Becken entstanden dabei Bruchzonen, an denen die Gesteine gegeneinander versetzt, gekippt und manchmal gefaltet wurden.

Wichtige Daten zum Thüringer Becken wurden und werden durch mehrere Vorhaben in INFLUINS gewonnen: Reflexionsseismik, Befliegungen mit einem Squidmagnetometer und durch das Abteufen einer Forschungsbohrung. Die Forschungsbohrung soll im 1. Halbjahr 2013 durchgeführt werden. Das Gelände ist bereits gefunden: es gehört zu einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk im Nordosten von Erfurt. Mit etwa 20 bis 30 Meter Vorschub pro Tag soll sich der Bohrer durch den hellgrauen Muschelkalk und den porösen und quarzhaltigen Sandstein fressen, bis er im Zechstein zum Stehen kommt. Die so gewonnenen  Bohrkerne bilden das Herzstück und werden- hoffentlich - weitere Geheimnisse aus dem Erdinneren preisgeben.

Mit der Forschungsbohrung werden Erkenntnissen aus der Analyse der Bohrkerne, zu Grundwasserströmen, Temperaturverlauf in der Tiefe und zu mikrobiellen Bestandteilen - dem Leben im Untergrund - angestrebt. Bei dem Vorhaben INFLUINS werden auch wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten untersucht, denn Sedimentbecken verfügen über ein großes Potenzial als regenerative Energielieferanten und Speicherstätte für Fluide oder Wärme. Geplant ist eine solche Nutzung in der Forschungsbohrung aber nicht.

Über den aktuellen Stand der Forschungsbohrung INFLUINS, die unter dem Namen Erfurt 1/2012 registriert wurde, können Sie sich hier informieren: Bohrungsnews.