Methodik


Der konsequente Einsatz kinematischer Rekonstruktion mittels bilanzierter Profile bietet uns die Möglichkeit, die Strukturgeometrien des Thüringer Beckens einzuschränken. Über die Konstruktion geologischer Profile hinaus nutzen wir klassische Methoden der Profilbilanzierung (Dahlstrom, 1969). Alle geologischen Profile werden unter Berücksichtigung konstanter Linienlängen (Marshak and Woodward, 1988) und konstanter Flächeninhalte (Mitra and Namson, 1989) in einen Zustand vor der Deformation zurückgeformt. Durch die Konstruktion flächendeckender Serien solcher bilanzierter Profile, die einen räumlichen Übergang der Strukturen in die nächst benachbarten Profilschnitte gewährleisten, ist es uns möglich, einen Überblick über die Strukturgeometrien zu gewinnen, der dem eines dreidimensionalen Modells bereits sehr nahe kommt. Zusätzlich zur geometrischen Konstruktion bietet uns dies die Möglichkeit, die Deformation entlang der Strukturen zu quantifizieren und jeweile Dehnungs- und Verkürzungsbeträge zu ermitteln. Dies ermöglicht uns in Kombination mit Paläospannungsanalysen hilfreiche Informationen über die Deformationsgeschichte des Thüringer Beckens zu generieren.