Ergebnisse


A.) Begleitung der Projektentwicklung Tiefe Geothermie Thüringen

In Bezug auf die wirtschaftlichen Nutzungsoptionen der Tiefen Geothermie in Thüringen liegen weitreichende Kenntnisse vor.

Am Standort Erfurt sind keine wirtschaftlich nutzbaren hydrothermalen Reservoire nachweisbar, die für einen wirtschaftlichen Betrieb eines hydrothermalen Kraftwerkes mit Stromproduktion genutzt werden könnten. Es besteht aber die Möglichkeit mittels petrothermaler Erschließungstechniken im Liegenden des Thüringer Beckens spröd-elastische Kristallingesteine des Grundgebirges als Reservoir zu nutzen. Am Standort Erfurt besteht der petrothermale Reservoirhorizont aus Migmatiten der Mitteldeutschen Kristallinzone. Bei Reservoirteufen ab 5.500 m u. GOK wird im kristallinen Reservoir ein hinreichend hohes Temperaturniveau erwartet, um mit den aktuell verfügbaren Technologien einen wirtschaftlichen Kraftwerksbetrieb zu ermöglichen. Fragestellungen zu petrothermalen Erschließungskonzepten werden bereits in wissenschaftlichen Anschlussprojekten bearbeitet.

Obgleich die Bewertung von Chancen und Risiken der Tiefen Geothermie in Thüringen zeigt, dass die Umsetzung von Demonstrationsvorhaben insbesondere in Südthüringen eine herausragende Perspektive hat, zeigt die mangelhafte öffentliche Akzeptanz, dass Fragestellungen der Risikobewertung in Bezug auf Seismizität, Rissausbreitungsprozesse oder hydrogeologisch-chemischen Wechselwirkungen sowie der Kommunikation für das INFLUINS-Netzwerk wichtige Anknüpfungspunkte bietet.

B.)  "Verbesserung der Grundlastfähigkeit Erneuerbarer Energien durch Gas-Untergrundspeicher" - Evaluierung des Verwertungspotenzials

Thüringen bietet zahlreiche potentielle Gasspeicherstrukturen unterschiedlichster Größe und Primärgasfüllung (abgebaute Erdgaslagerstätten, nicht abgebaute Schwachgaslagerstätten). Bedarfskonform erfolgt bereits seit Jahrzehnten eine Nutzung einzelner Speicherstrukturen im Thüringer Becken für die saisonale Speicherung von Erdgas.

Die Dichte und die Qualität der vorhandenen Energie-Infrastruktur in Kombination mit den geologischen Voraussetzungen für neue Untergrundgasspeicher machen Thüringen zu einem ausgezeichneten Standort mit Blick auf die Realisierung neuer Energieversorgungskonzepte.

Das Thüringer Becken weist günstige Merkmale für die PGP-Technologie (Power-Gas-Power) auf. Neben der entwickelten Gas- und Stromwirtschaft besitzt es verschiedene Untergrund-Gasspeicherpotenziale, die speziell für die PGP-Technologie sehr geeignet sind.

Bekannte Speichergesteine in Thüringen findet man in den

Anforderung an das Speichergestein ist ein miteinander verbundener Nutzungshohlraum von > 10 % und eine wirksame Abdeckung und Begrenzung aus stauenden Schichtenfolgen, die somit eine Diffusion in andere Gesteinsfolgen oder an die Erdoberfläche verhindern.

Im Thüringer Becken werden noch heute zwei Erdgasspeicher in abgebauten Erdgaslagerstätten betrieben.

Das INFLUINS-Netzwerk ist aufgrund seiner methodischen Kompetenzen, zum einem in Bezug auf strukturaufklärende Verfahren, zum anderen in Bezug auf die Untersuchung von Wechselwirkungsprozessen besonders geeignet, im Rahmen des wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Anschlusses o. g. Fragestellung weiterführend zu bearbeiten. Auch die herausragenden regionalgeologischen Kenntnisse verbunden mit den aktuellen Ergebnissen zu Aufbau und Entwicklung der Thüringer Mulde wird hierbei einen wichtigen Beitrag leisten.

Für den Ausbau der Untergrundspeicherung in Verbindung mit der Power-to-Gas-to-Power Technologie lohnt es weitere Anstrengungen zu unternehmen. Zudem könnte der Umstand der Ausstattung Thüringens mit derartigen Potenzialen einen wirtschaftlichen Aspekt bei der Speicherung von Energien benachbarter Bundesländer im industriellen Maßstab darstellen.

C.) Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Nachnutzung der Forschungsbohrung EF 1/12 mittels einer Tiefen Erdwärmesonde

Für die INFLUINS-Bohrung in Erfurt wird ab 2015 auf Grundlage des geplanten weiterführenden Forschungsprogramms eine wissenschaftliche Nachnutzung favorisiert.

Nach Abschluss der wissenschaftlichen Nutzung bestünde die Möglichkeit einer energetischen Nachnutzung der Tiefbohrung durch eine tiefe Erdwärmesonde. Eine erste Wirtschaftlichkeitsanalyse zeigt, dass sich eine Projektinitiierung und weiterführende Betrachtungen diesbezüglich lohnen.