EP4 - Mineralisierte Fluide


Arbeitsziele


Mineralisierte Fluide spielen in der gesamten geologischen Geschichte des Thüringer Beckens bis heute eine wichtige Rolle. Mineralisationen auf Kluft- und Störungsflächen überliefern die Zusammensetzung von Fluiden, die vor Jahrmillionen in das Becken eindrangen und darin zirkulierten. Sie geben Auskunft über deren physiko-chemische Eigenschaften und ihre zeitliche Entwicklung aufgrund veränderter struktureller Randbedingungen. Die räumlich-zeitliche Kartierung und der Vergleich mit rezenten Anomalien lässt die dynamische Beeinflussung des Zirkulationssystems durch eindringende heiße Fluide erkennen. Ihre chemischen Charakteristika lassen Rückschlüsse auf die Quellen der Fluide und ihrer Lösungsinhalte zu. Die Bestandsaufnahme und Analyse der im Thüringer Becken vorhandenen Mineralisationen auf Kluft- und Störungsflächen ist ein Ziel von EP4, das damit unverzichtbare Eckpunkte für die Rekonstruktion des Beckenmodells liefert.

Mineralisationen auf Kluft- und Störungsflächen stellen aber auch potenzielle Quellen für Metalle und Halbmetalle in Grundwässern und damit auch im Trinkwasser oder in Oberflächenwasser dar. Verwitterungsprozesse wandeln die primären Minerale um und setzen dabei für den Menschen schädliche Stoffe frei, z.B. Arsen. Der erste Schritt zur Beschreibung dieser Prozesse liegt in der Kenntnis der primären Mineralisationen. Das zweite Ziel von EP4 ist es, die natürliche Arsen-Belastung im Thüringen Becken qualitativ und quantitativ zu beschreiben. Zunächst werden die geogenen Minerale, die das Element Arsen adsorbieren, einbauen, immobilisieren und freisetzen, identifiziert und untersucht. Anschließend werden die thermodynamischen und kinetischen Eigenschaften dieser Minerale experimentell bestimmt, um ein physiko-chemisches Modell zu erstellen, das die Entwicklung der Arsen-Kontamination sowohl im Thüringer Becken als auch in vergleichbaren geologischen Formationen weltweit vorhersagen kann. Mit einem solchen Modell kann die Effizienz neuer Verfahren zur Sanierung der kontaminierten Wässer getestet werden, bevor sie implementiert werden. Quantitative Kenntnisse über die Arsen-Minerale helfen daher, die Nachhaltigkeit von Wasserressourcen zu sichern.


Mitarbeiter/innen

Prof. Dr. Juraj Majzlan - Projektleiter


Friedrich-Schiller-Universität

Institut für Geowissenschaften

Mineralogie

Carl-Zeiss-Promenade 10

07745 Jena

Tel.: +49(0)3641/9-48700

Fax: +49(0)3641/9-48702


Hier finden Sie >> weitere Informationen.


Prof. Dr. Lothar Viereck - Projektleiter


Friedrich-Schiller-Universität

Institut für Geowissenschaften

Geochemie 

Burgweg 11

07749 Jena

Tel.: +49(0)3641/9-48720

Fax: +49(0)3641/9-48602

Raum H 212


Hier finden Sie >> weitere Informationen.


Dr. Michael Abratis

Dr. Petra Lepetit


Friedrich-Schiller-Universität

Institut für Geowissenschaften

Burgweg 11

07749 Jena

Tel.: +49(0)3641/9-48723

Fax: +49(0)3641/9-48662


Hier finden Sie >> weitere Informationen.


Dr. Maria Brey-Funke

Dipl.-Geol. Stefanie Fritsch