Forschungsbohrung

Um die Tiefendimension zu erschließen, plant INFLUINS im 2. Halbjahr 2012 im Thüringer Becken eine Forschungsbohrung niederzubringen. Die Forschungsbohrung wird in der zweiten Hälfte der Laufzeit einen Brennpunkt der Arbeiten von INFLUINS bilden. An diesem zentralen Projekt des Forschungsbündnisses werden nahezu alle Einzelprojekte beteiligt sein. In der Bohrung und ihrem Umfeld werden zahlreiche Experimente zum Fluidfluss zwischen verschiedenen Tiefenstockwerken durchgeführt.
Die Forschungsbohrung wird nach vorbereitenden Arbeiten aus den Einzelprojekten und Nachwuchsgruppen abgeteuft. Die nach diesen Voruntersuchungen genau festzulegende Bohrlokation wird aller Voraussicht nach im Zentrum des Thüringer Beckens liegen. Dort kann die vollständige Sedimentfolge des Beckens bis zur Basis des Zechsteins durchbohrt werden. Für die Auflösung der regionalen Struktur steht moderne 2D-Seismik aus den 90er Jahren zur Verfügung sowie reflexionsseismische Messungen, die entlang 3-er Profile mit einer Gesamtlänge von 76 km im Rahmen von INFLUINS erstellt wurde. Vergleichsdaten können auch aus benachbarten, z. T. bis über 1 km tiefen Bohrungen - unter anderem auf Mineral- und Thermalwässer - gewonnen werden, um Beobachtungen in die Fläche zu erweitern. Dennoch bieten die existierenden Bohrungen bei weitem nicht alle Datensätze, die für die Fragestellungen von INFLUINS benötigt werden.
In einer zweiten Projektphase ist es angedacht, die Bohrung bis in das Grundgebirge zu vertiefen. Dadurch sollen insbesondere Informationen über den Gesteinsaufbau und dessen Eigenschaften sowie vor allem zu hydraulischen und geothermischen Verhältnissen gewonnen werden. Die Vorplanungen dieses Projektes sind parallel angelaufen. Durch eine Kombination beider Vorhaben lassen sich bedeutende Synergieeffekte und Kosteneinsparungen erzielen.
Beim Abteufen der Bohrung sollen durch Pumpversuche Fluide aus allen Tiefenbereichen gewonnen werden, um Spurenelementmuster und Mikrobenassoziationen zu analysieren. Die wichtigen Aquifere und Grundwassergeringleiter werden durch Bohrkernstrecken beprobt. An den Bohrkernen werden Lithologie, Fazies, Diagenese, Bruchsysteme und Mineralneubildungen untersucht, um detaillierte Daten zur Matrix- und Bruchporosität und Permeabilität der Aquifere und Aquitarde zu erhalten.
In der Bohrung und ihrem nahen Umfeld werden außer Grundwasserpegelmessungen geophysikalische Wiederholungsmessungen (Monitoring) durchgeführt, die Zeitreihen verschiedener wichtiger Parameter ergeben und ihre Beeinflussung durch die Fluidbewegung ableiten lassen.
Das Monitoring sollte idealerweise über die Laufzeit von INFLUINS hinaus fortgesetzt werden. Die Forschungsbohrung sollte außerdem für weitere wissenschaftliche Untersuchungen zugänglich gehalten werden.
photos von Dr Thomas Voigt (Links in der Abbildung).





